Zielvereinbarungen und OKR

Zielmanagement Methoden:
OKR und Zielvereinbarung

„Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt.“
Mark Twain ∼

Was Mark Twain bereits vor vielen Jahren schön formulierte, trifft auch auf Unternehmen zu – und das nicht nur auf jeden Chef, sondern auch auf jeden Mitarbeiter. Ohne ein klar definiertes Ziel, geht der Weg ins Unbekannte. Ziele sollen uns aber nicht nur dabei helfen, den richtigen Weg zu finden, vielmehr auch rechtzeitig auf dem Weg zum Ziel Entscheidungen zu treffen, Fortschritte zu messen und nicht zuletzt uns einen Motivationsschub zu bieten. Dieser Artikel widmet sich daher dem Thema Zielmanagement – was dies bedeuten, weshalb es wichtig ist und welche Methoden dem  Zielmanagement zugeordnet wird.

Methode: Zielvereinbarung

Eine Zielvereinbarung im rechtlichen Sinn ist eine vertragliche Nebenabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Hier wird – meist im Zuge des jährlich stattfindenden Mitarbeitergesprächs – vereinbart, welche Ziele der Mitarbeiter in einem konkreten Zeitraum, meist innerhalb eines Jahres, erreichen soll. Wird das Erreichen an eine Leistungsprämie geknüpft, spricht man von einer Zielvereinbarung.

Da Zielvereinbarungen einen festen Lohnbestandteil darstellen, können sie nur unter bestimmten Umständen einseitig widerrufen werden. Mögliche Gründe dafür müssen im Arbeitsvertrag klar benannt werden. Man unterscheidet dabei zwischen quantitativen und qualitativen Zielen. Innerhalb dieser Unterscheidung lassen sich diese noch weiter in aufgabenbezogene, verhaltensbezogene und entwicklungsbezogene Ziele unterscheiden.

Warum sind Zielvereinbarungen wichtig?

Ziele kann man sich wie eine Art Leuchtturm vorstellen. Sie helfen uns, zu konkretisieren, wohin wir wollen und wie wir dort hinkommen. Ein Ziel vor Augen zu haben, kann einen starken Motivationsschub mit sich bringen.

Zielvereinbarungen schaffen Klarheit. Sowohl Mitarbeiter als auch Vorgesetzte kennen die Anforderungen, da die Ziele im Optimalfall gemeinsam formuliert und ausgearbeitet werden. Das macht sie verbindlich und nachvollziehbar, so weiß der Mitarbeiter genau, welche Ziele wann zu erreichen sind. Allerdings bleibt es dem Mitarbeiter selbst überlassen, wie er diese erreicht. Die Beurteilung davon, ob ein Ziel erreicht wurde, erfolgt auf der Basis von messbaren Fakten, was eine willkürliche Beurteilung verhindert.

Wichtig ist, dass Führungskräfte bei der Setzung von Zielvereinbarungen realistisch bleiben. Von einem Mitarbeiter Unrealistisches abzuverlangen, die die Unternehmenszahlen schlicht nicht hergeben, würde auf beiden Seiten zu Enttäuschungen und Frustration führen.

Methode: Objectives and Key Results

Objectives and Key Results – kurz OKR – ist eine weitere Methode, um Ziele zu definieren und sie messbar zu machen. OKRs sind ein Leadership Instrument zur zielgerichteten Mitarbeiterführung und strategischen Steuerung des Unternehmens. Bei dieser Methode werden objektive und messbare Ziele gebildet, die in der Regel vom gesamten Unternehmen eingesehen werden können. Zu einem übergeordneten Ziel (Objective) werden vier bis fünf messbare Schlüsselergebnisse (Key Results) definiert. Die Key Results werden nach dem SMART-Prinzip formuliert und liefern konkret messbare Etappenziele. Eines der bekanntesten Unternehmen, welches OKR nutzt, ist Google.

Warum sind OKRs für dein Unternehmen wichtig?

Mit Objectives und Key Results werden die Ziele des Unternehmens, der Teams oder auch der Mitarbeiter genau durchdacht und aufeinander abgestimmt. Durch die Festlegung von Zielen gewinnt das Unternehmen Klarheit über die Gewichtung seiner Ziele und wo es hin möchte. Die transparente Kommunikation der Ziele verbessert nicht nur die unternehmensinterne Kommunikation, das gemeinsame hinarbeiten auf sichtbare Ziele fokussiert und stärkt das Unternehmensgefüge.
OKRs verknüpfen Ziele über verschiedene Hierarchieebenen und Teams hinweg. Gerade der Zielvereinbarungsprozess sorgt für Struktur und gibt die Möglichkeit für Feedback und das gemeinsame Erarbeiten von Wegen zur Zielerreichung.
Vision, Mission und Strategie werden durch OKRs mit der kurzfristigen und operativen Planung verknüpft. Das Unternehmen schafft einheitliche und transparente Prozesse.
Richtig angewandt bringen OKRs Fokus in das Unternehmen und machen Fortschritte messbar und sichtbar.

Unterscheidung zwischen Zielvereinbarung und OKR

Unterschiede zwischen OKR und Zielvereinbarung liegen vor allem in diesen vier Bereichen:

Führung

Zielvereinbarungen entsprechen der klassischen Managementphilosophie von Planung, Steuerung und Kontrolle. Am Ende der Ziel-Periode wird das Ziel evaluiert. Bei OKRs wird die Erreichung des Ziels stärker fokussiert und evaluiert. Die Erkenntnisse daraus fließen in den nächsten OKR-Zyklus mit ein. Somit steht hier das Ergebnis weniger im Fokus, sondern die Entwicklung des Mitarbeiters.

Koordination

Gleich ist, dass sich sowohl die Zielvereinbarungen als auch die OKRs sich auf die übergeordneten Ziele des Unternehmens ausrichten. Zielvereinbarungen werden Top-Down festgelegt. Bei OKRs werden im Gegensatz dazu die Unternehmensziele Top-Down bestimmt, jedoch können Mitarbeiter und Teams Bottom-Up selbst bestimmten. Somit bedingen sich die Ziele gegenseitig. 

Zusammenarbeit

OKR eignet sich vor allem für Teams, die gemeinsam an der Erreichung von Zielen arbeiten wollen, da die Ziele transparent für alle einsehbar sind. Die Ziele werden kontinuierlich diskutiert und weiterentwickelt. Allerdings erfordert das auch die Bereitschaft aller Beteiligten, offen und souverän mit ihren eigenen Leistungen und Ergebnissen umzugehen.
Zielvereinbarungen sind klar strukturierte Zielvorgaben für den einzelnen Mitarbeiter, die oftmals an ein Belohnungssystem geknüpft sind und auch nicht für das gesamte Unternehmen einsehbar.

Zielhorizont

Während die Evaluierung bei den klassischen Zielvereinbarungen einmal jährlich stattfindet, werden bei OKR die Ziele durchschnittlich alle 12 Woche überprüft – und falls nötig, auch neu definiert. Reaktionen auf sich ändernde Marktanforderungen sind so deutlich schneller und flexibler möglich.

Vorteile von Zielvereinbarungen und OKRs in relation5

Relation5 bietet in der Welt von Zielvereinbarungen und OKRs eine einfach zu handhabende Software, um sowohl Zielvereinbarungen als auch OKRs digital festzuhalten, nachzuverfolgen und zu evaluieren.

Ziele können sowohl öffentlich und für das gesamte Unternehmen sichtbar sein oder privat und somit nur für den Mitarbeiter und dessen Vorgesetzten. Ziele unterliegen in relation5 einer Sichtbarkeit nach Hierarchieebene. Private Ziele sind nur für die verantwortliche Person und deren Vorgesetzte sichtbar.

Gerade auch die Übertragbarkeit von Verantwortlichkeiten ist bei einem Mitarbeiterwechsel oder bei einem Wechsel der Führungsverantwortung ermöglicht es, dass keinerlei wichtige Informationen verloren gehen und Verbindlichkeiten aufgrund der Position weiter bestehen bleiben.